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Weyer im Wandel: TU-Studierende entwerfen Zukunftsbilder für einen historischen Ort

17. Februar 2026

Die Marktgemeinde Weyer stand in den vergangenen Monaten im Fokus eines besonderen universitären Lehrprojekts der Technische Universität Wien. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Entwerfen – Weyer an der Enns: Stand Leer“ entwickelten Studierende zukunftsweisende Konzepte für die Weiterentwicklung des Ortskerns. Die Ergebnisse wurden am 29. Jänner 2026 im Rahmen einer öffentlichen Endpräsentation vorgestellt. Das Projekt ist […]

Die Marktgemeinde Weyer stand in den vergangenen Monaten im Fokus eines besonderen universitären Lehrprojekts der Technische Universität Wien. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Entwerfen – Weyer an der Enns: Stand Leer“ entwickelten Studierende zukunftsweisende Konzepte für die Weiterentwicklung des Ortskerns. Die Ergebnisse wurden am 29. Jänner 2026 im Rahmen einer öffentlichen Endpräsentation vorgestellt.

Das Projekt ist Teil des von der Gemeinde initiierten „Zulassungsjahres“ – einer Experimentierphase zur Belebung des Ortszentrums nach der Eröffnung der neuen Tunnelumfahrung im Juli 2025. In diesem Testjahr werden temporäre Nutzungen, neue Formate und innovative Ideen erprobt, um eine fundierte Grundlage für die langfristige Neuausrichtung des Ortskerns und angrenzender Bereiche zu schaffen.

Ausgangspunkt der Lehrveranstaltung war eine zentrale Frage, die viele ländliche Gemeinden betrifft: Wie kann Wohnen und Leben neu gedacht werden, wenn Leerstände zunehmen und sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern? Mit der Entlastung vom Durchzugsverkehr – insbesondere im Bereich des Unteren Marktes – eröffnen sich für Weyer neue räumliche und funktionale Perspektiven.

Im Fokus der studentischen Arbeiten standen der Untere Markt, das Gebäude der ehemaligen Hotel Post sowie der alte Schulhof. Aufbauend auf umfassenden Analysen entwickelten die Studierenden vielfältige Szenarien für einen lebendigen Ortskern mit hoher Aufenthaltsqualität. Wohnen wurde dabei als Teil eines ganzheitlichen Gefüges aus gemeinschaftlichen, produktiven und öffentlichen Nutzungen verstanden.

Besonderes Interesse fand unter anderem die Idee eines Jugend-Bauhütten-Projekts, das junge Menschen aktiv in die Revitalisierung leerstehender gemeindeeigener Gebäude einbindet. Auch neue Mobilitätsansätze, temporäre Nutzungen, flexible Wohnmodelle und Aspekte der Zirkularität waren zentrale Bestandteile der Entwürfe.

Ein dreitägiger Workshop mit Exkursion nach Weyer im Oktober 2025 ermöglichte den direkten Austausch mit Bürger:innen, Eigentümer:innen und Gemeindevertreter:innen. Die hohe Praxisnähe spiegelte sich in der Qualität der präsentierten Arbeiten deutlich wider.

Sowohl die TU Wien als auch die Marktgemeinde Weyer signalisierten im Anschluss an die Präsentation ihre Bereitschaft, ausgewählte Ansätze weiterzuverfolgen und konkrete Umsetzungsschritte zu prüfen. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie akademische Lehre, kommunale Entwicklung und bürgerschaftliches Engagement zusammenwirken können, um neue Perspektiven für den ländlichen Raum zu eröffnen – und Leerstand als Chance für eine lebendige Zukunft zu begreifen.

Bildinformation:
Abschlusspraesentation_Weyer.jpg
Studenten der TU Wien im Rahmen der Projektpräsentation
© Regionalforum Steyr-Kirchdorf

Kontakt:
Regionalforum Steyr-Kirchdorf, Brigitte Felbinger-Forster
+43 7257 84 84 44 05 | brigitte.felbinger-forster@rmooe.at